Heute früh lag sie in der Post: die neue brand eins. Ich habe sie nur kurz aus der Schutzfolie befreit, zwischen zwei Terminen, Kaffee in der Hand – und dann dieser Titel:
„Like mich am Arsch!“
Ich musste kurz innehalten. Nicht nur wegen der gewagten Sprache, sondern weil es etwas trifft, das viele gerade spüren – auch in der medizinischen Kommunikation.
Denn Sichtbarkeit fühlt sich plötzlich anders an. Früher war Aufmerksamkeit eine Frage von Platzierung: Wer präsent war, wurde gesehen. Wer oft genug auftauchte, blieb im Kopf.
Künstliche Intelligenz verändert leise, aber radikal, wie Inhalte überhaupt noch durchdringen. Algorithmen entscheiden zunehmend, was sichtbar bleibt – und was im Hintergrundrauschen verschwindet. Nicht nur in Social Media, sondern überall.
Damit geraten auch Systeme unter Druck, die jahrzehntelang selbstverständlich waren: etwa die klassische Printwerbung in medizinischen Fachjournalen. Fachanzeigen hatten lange eine klare Funktion, eingebettet in vertraute Informationswelten, gelesen von Ärzt:innen und Pharmazeut:innen.
Aber die Realität verändert sich. Die nächste Generation medizinischer Fachkräfte informiert sich schneller, digitaler, kritischer – und vor allem praxisorientierter. Was zählt, sind Inhalte, die im klinischen Alltag wirklich helfen.
KI verstärkt diesen Wandel noch einmal: Sie reagiert nicht auf Lautstärke oder Wiederholung, sondern auf Relevanz, Glaubwürdigkeit und Substanz. Sichtbarkeit entsteht künftig nicht dort, wo etwas platziert wird – sondern dort, wo Wissen einen echten Mehrwert schafft. Genau deshalb braucht es neue Kommunikationsmodelle in der Medizin: Modelle, die nicht Aufmerksamkeit kaufen, sondern Kompetenz fördern.
MEDCH steht für genau diesen Ansatz. Nicht werbend, sondern wissensbasiert. Inhalte werden nicht „ausgespielt“, sondern tatsächlich genutzt – als interaktive Lern- und Trainingsplattform für Ärzt:innen, Pharmazeut:innen und Pflegefachkräfte.
Und während ich darüber nachdenke, fühle ich mich bestätigt, so viel Energie in dieses neue Arzneimittelformat zu investieren – auch wenn es noch Überzeugungsarbeit in der Industrie braucht. Denn MEDCH ist kein schneller Werbekanal, sondern ein langfristiger Beitrag zu Kompetenz, Patientensicherheit und moderner Arzneimittelinformation.
Vielleicht braucht es manchmal genau solche Momente – wie heute früh mit dieser brand eins in der Hand – um zu spüren, dass man an etwas arbeitet, das nicht nur neu ist, sondern notwendig.